Nachhaltige Baustoffe aus 100 % Bioenergie

Nachhaltige Baustoffe aus 100 Bioenergie

Metsä Woods Werk in Lohja

Published: 13.05.2016 00:00

​Der globale Energieverbrauch nimmt immer weiter zu. Die Baubranche bezieht einen Großteil der weltweiten Energien für die Herstellung von Baustoffen. Das Metsä Wood-Werk in Lohja, Finnland, produziert Kerto®-Furnierschichtholz so, dass mehr Bioenergie erzeugt als während der Produktion verbraucht wird. Die übrige Bioenergie wird von der angrenzenden Stadt genutzt.


Wenn es um Energieeffizienz in der Baubranche geht, lag der Fokus bis jetzt auf der Energie, die für den Gebäudebetrieb verwendet wird. „Wir müssen die Nettoenergiebilanz von Gebäuden über ihren gesamten Lebenszyklus evaluieren und unsere Aufmerksamkeit auf die Herstellung von Baustoffen richten, da dies die energieintensivste Phase ist“, so Matti Kuittinen, Architekt und Forscher an der Aalto-Universität.


Metsä Woods Werk in Lohja: Energetische Selbstversorgung bei über 100 Prozent

Das Werk von Metsä Wood in Lohja ist ein gutes Beispiel für die gemeinsame Erzeugung von Bauprodukten und Bioenergie. Als Erstes wird so viel Holz wie möglich für die Produktion des das Kerto-Furnierschichtholzes verwendet. Teile des Sägemehls und der Holzstücke, die bei der Bearbeitung der Holzwerkstoffe anfallen, werden für die Zellstoffproduktion eingesetzt. Alles, was dann noch übrig bleibt, wird für die Erzeugung von Bioenergie eingesetzt. Neben dem Kerto- Werk wurde eine Bioheizanlage errichtet. Die Wärmeenergie, die in dieser Anlage erzeugt wird, deckt den Bedarf des Werks ab. Der Energieüberschuss wird für den Wärmebedarf der angrenzenden Stadt Lohja eingesetzt und kompensiert den Bedarf an elektrischem Strom im Produktionsprozess. Das Kerto- Werk in Lohja ist deshalb zu 100% Energieselbstversorger.

Ganz nebenbei: Energieversorgung einer Stadt

Die Restwärme des Produktionsprozesses von Kerto-Furnierschichtholz wird als Fernwärme an die Stadt Lohja verkauft. „Die Bioheizanlage vor Ort liefert die entscheidende Unterstützung für das Erreichen unserer ambitionierten kohlenstoffarmen Energieziele“, meint Mika Sivula, Bürgermeister von Lohja. Lohja ist Teil des nationalen Plans von Finnland, die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 80 Prozent zu reduzieren. „Dank der Bioheizanlage haben wir unseren ersten Meilenstein erreicht: Die Reduzierung der Treibhausgasemissionen bis 2016 um 15 Prozent so Sivula. Die Anlage deckt 80 Prozent des Wärmebedarfs von Lohja ab.

 

Nachhaltige Gebäude setzen eine nachhaltige Baustoffherstellung voraus

Um effizienter zu werden muss sich der Fokus verschieben: Weg von der für den Betrieb eines Gebäudes verwendeten Energie und hin zu der Herstellung von Baustoffen, der energieintensivsten Phase im Lebenszyklus eines Gebäudes. Die europäische Richtlinie für Gebäudeeffizienz (EPDB) sieht vor, dass alle Neubauten bis 2020 fast keine Energie mehr benötigen. Solche ”Fast-Nullenergiegebäude” sind jedoch nicht genug. „Die für die Herstellung von Baustoffen benötigte Energie ist 50 Mal höher als die Energie, die in einem Jahr für den Betrieb benötigt wird“, so Architekt Kuittinen. „Da die Herstellung von Holzwerkstoffen tatsächlich einen Energieüberschuss generiert, ist die Vorgehensweise klar: Holz sollte, wenn möglich, immer verwendet werden.“

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